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Vogelfang auf Malta
Neben der Zugvogeljagd ist der Fang von Singvögeln der zweite Volkssport der Malteser. Auf fast allen Freiflächen finden sich Tausende von Netzfanganlagen, mit denen Finken ganz offiziell mit dem Segen aus Brüssel gefangen werden dürfen.
Die sieben zum Fang freigegebenen Finken - Girlitze, Buchfinken und Stieglitze, Kernbeißer, Hänflinge, Birken- und Erlenzeisige – werden zu Zehntausenden gefangen und auf Vogelmärkten an „Liebhaber“ verkauft. Die malträtierten Wildtiere fristen dann den Rest ihres Lebens in winzige Käfige gesperrt in maltesischen Hinterhöfen und Wohnzimmern.
Zudem ist der Fang jagdbarer Arten wie Turteltauben und Wachteln erlaubt. Die Tiere werden in Käfigen zusammengepfercht und als Lockvögel an die Jagdhütten und Fangplätze der Jäger gehängt. Die Fanganlagen werden mit großen Klappnetzen betrieben – jedes mit mehr als 50 Quadratmetern Fläche. Die vorüberfliegenden Vögel werden von den in den Käfigen sitzenden Artgenossen angelockt und landen zwischen den Netzen. Von einem getarnten Unterstand läßt der Vogelfänger die mit Metallfedern gespannten hauchdünnen Netze zusammenschnellen und erbeutet so bis zu 30 Vögel auf einen Schlag.
Gemäß den Beitrittsbestimmungen zur EU dürfen Maltas Vogelfänger noch bis Ende 2008 ihre Netze aufspannen – dann soll Schluß sein. Die EU hat sich von der Jägerlobby zu diesem Eingeständnis drängen lassen, weil mit den ab 2005 gefangenen Vögeln angeblich ein „Zuchtprogramm“ aufgebaut werden soll. Der Bedarf an Käfigvögeln, so die Vogelfänger, solle ab 2009 aus diesen Zuchten gedeckt werden.
Die Fristen zur Vorlage der ersten Ergebnisse des Projektes bei der EU hat die Maltesische Regierung allerdings erwartungsgemäß verstreichen lassen. Nun bleibt abzuwarten, ob Brüssel sich bis ins Jahr 2008 an der Nase herumführen lassen wird. In einem Punkt hat sich die EU bereits durchgesetzt: Der Finkenfang wurde ab der Jagdsaison 2005/06 um mehr als zwei Monate verkürzt und endet nun Ende Januar - statt bislang am 10. April.
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Für die Texte & Bilder ist der Verein "Komitee gegen den Vogelmord e.V." verantwortlich.
Quelle & Copyright: komitee.de







